Spirituell-Sein: Fragen & Antworten

Frauen und Männer, die ich auf ihrem spirituellen Weg begleiten darf, kommen oftmals mit konkreten Fragen. Hier findet sich eine kleine Auswahl mit Antwortversuchen von meiner Seite, gebildet aus meiner Erfahrung, meiner jetzigen theologischen Sichtweise und letztlich meinem Bild von Spiritualität, Welt und Mensch. Ich lade herzlich ein, zu kommentieren und mit mir in Austausch zu treten!
Hinweisen möchte ich auf die Möglichkeit ,Geistliche Begleitung in Anspruch zu nehmen, wenn man spürt, Spiritualität soll mehr an Raum gewinnen.

Der Empfang der täglichen Heiligen Kommunion, die regelmäßige Anbetung sind jetzt schon so lange nicht möglich, soll ich jetzt weiterhin verzichten? Dabei gibt mir die tägliche Kommunion Kraft, Sicherheit und vertieft meine einzigartige Beziehung zu Jesus Christus. Die Situation ist nicht leicht, was soll ich tun?

Es ist verstehbar, dass diese Zeit der vielen Ein- und Beschränkungen tatsächlich nicht leicht ist, vor allem, wenn Grundbedürfnisse hintan gestellt werden müssen. Wir alle sind zum Verzicht aufgefordert. Ob Sie auch weiterhin verzichten müssen, kann ich nicht beantworten, das müssen Sie mit pastoralen Verantwortlichen vor Ort abschätzen und entscheiden.
Ich sehe in dem, was Sie mir geschrieben haben, dass ihre Spiritualität von Gottesdienstbesuchen, Anbetung und Kommunionempfang lebt, sie dadurch einen geregelten Tages- und Wochenrhythmus haben, der aufgrund der Beschränkungen sich nun ja auch geändert hat, was möglicherweise zusätzlich herausfordernd ist. Davon zu unterscheiden ist Ihre Christusbeziehung, die bislang aus der Begegnung und  dem Empfang der Kommunion gelebt hat. Hier denke ich, kann es eine Möglichkeit sein, sich selbst zu hinterfragen und  vielleicht bietet die Zeit jetzt die Chance, Jesu Gegenwart auf ganz andere Weise zu entdecken.
So erlaube ich mir einfach ein paar Fragen zu stellen: Woraus schöpfen Sie noch Kraft und Sicherheit in diesen Tagen? Was hat Ihnen in der Zeit des Verzichts geholfen? Wenn Sie Ihre Spiritualitätsformen beschreiben, woraus lebt Ihre Beziehung zu Jesus Christus vielleicht noch?

Jesus Christus selbst hat eine Vielzahl an unterschiedlichen Formen die Qualität der Beziehung zu Gott, Abba, gelebt: neben gemeinschaftlichen Formen des Zusammenseins, hat er sich immer wieder zurück gezogen; neben Gebeten aus der Tradition hat er wohl auch manche kreativ neu interpretiert; hat durch Naturbeobachtung das Reich Gottes entdeckt; hat sich auf fremde Menschen eingelassen und so seinen Auftrag auf neue Weise gesehen. Ich denke, Jesus kann uns hier Vorbild sein, um eine Fülle an Formen lebendiger Spiritualität ganz neu zu für uns selber zugänglich zu machen.
Bewusst den Rückzug zum Gebet nützen
– sich der Heiligen Schrift zuwenden
– in medialen Berichten das Reich Gottes entdecken und dafür danken: für die vielen Initiativen von Menschen für Menschen
– die Natur beobachten und kleine Veränderungen wahrnehmen
– sich bewusst täglich in der Haltung der Dankbarkeit üben

– etwas für andere tun
Letztlich ist es vielleicht auch ein inner-solidarischer Akt weltweit gesehen und führt uns Europäer_innen vor Augen, wie viele Christ_innen ihre Spiritualität nicht aus dem täglichen Kommunionempfang leben können, die schon immer „verzichten“ müssen. Vielleicht tut diese Erfahrung ja auch gut, sie zuzulassen und manche Anfragen, Wünsche etc mit anderen Augen zu sehen und einen reicheren geistlichen Schatz zu entdecken. Das kann evtl zur Entscheidungshilfe werden: Entscheide ich mich dazu, andere Formen der Beziehungspflege zu Jesus Christus auszuprobieren?

Sehr oft höre ich rund um Ostern von Momenten der Auferstehung und ich frage mich, von welchen Momenten ist hier die Rede? Wie kann ich das erfahren?

Erfahrungen kann man nicht „herstellen“, sie sind außerhalb unserer Verfügbarkeit, deshalb beschränke ich mich darauf, was in aller Unvollständigkeit und aller Kürze mit „Momenten der Auferstehung“ gemeint sein könnte. Ich möchte eine Spur legen, vielleicht tauchen eigene Lebenserfahrungen und Hoffnungen auf.
Für mich persönlich ist die Erzählung vom leeren Grab, insbesondere dieser Vers „Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat“ (Mt 28,6) sehr wichtig. Denn da zeigt sich für mich, worauf das Geheimnis der Auferstehung hindeutet:
Grab bedeutet zunächst Tod – das Leben steht gegenüber
Das Grab ist zwar leer, aber voll mit göttlicher Anwesenheit, die sich in der Gestalt eines Engels zeigt, die Mut zuspricht „Fürchtet euch nicht!“
Mit der Botschaft, dass Jesu Leichnam nicht hier ist, zeigt sich, Er ist nicht fassbar. Die Jünger_innen werden erneut auf die Suche geschickt und dürfen den göttlichen Möglichkeitsraum seiner Gegenwart in dieser Welt entdecken
Die Botschaft von der Auferstehung bedeutet für mich, dass es verwandeltes Leben gibt, eine neue Art von Lebendigkeit, eine neue Art der Lebenskraft.
In Stichwörtern zusammen gefasst: Leere – Schöpfungskraft – Gottes Anwesenheit – neu auf die Suche gehen – Mut und Furcht und Zuspruch – staunen, verwandeln, neu geschenkt erhalten – neue Lebenskraft mit neuen Möglichkeiten
Dazu ein paar Fragen, ob es Momente im eigenen Leben gibt, die die Botschaft(en) von der Auferstehung durchschimmern lassen:
Habe ich in Augenblicken vollkommener Dunkelheit, die Kraft des Lebens spüren können?
Kenne ich „Leere“, die am Boden angekommen, nach und nach Hoffnung durchscheinen lässt?
Wo war besonderer Mut gefordert, sich zum Beispiel auf Neues einzulassen? Oder eine Lebensentscheidung zu revidieren? Oder schlicht und einfach, etwas zu wagen und wenn es „nur“ eine Unterbrechung alltäglicher Routine ist?
Für jene, denen Jesus besonders wichtig ist, wo tun sich Eckpunkte auf? Wo oder durch wen habe ich eine Grenze im Glauben erfahren, so dass ich neu auf die Suche gehen musste?
Wo spüre ich eine Lebendigkeit und eine ungeheuerliche Lebenskraft, die gefühlt, nie enden wird?
Bin ich ein naturnaher Mensch und beobachte ich wie sehr das Leben zum Leben kommt? Nehme ich die Verwandlung in der Natur wahr?
Dichter_innen beschreiben in Bildern dieses Geheimnis und Künstler_innen bringen es uns auf ihre Weise nahe – finden sich da Hinweise, um einen Moment der Auferstehung für mich zu erhaschen?

Konfrontation mit starken Gefühlen, spirituelle Krise?

Das Corona-Virus schafft zunächst ziemlich viel an Isolation. Trotz virtueller Begegnungen, Putzen und Räumen der Wohnungen, homeoffice kann es ziemlich einsam werden, vor allem, wenn keine Kinder zu Hause sind, denn dann sind die Herausforderungen mannigfaltig andere.
Ich hatte zwei Gespräche, und die Inhalte könnten vielleicht für mehrere interessant sein, weshalb ich diese teile. In den Gesprächen hat sich Schmerz herauskristallisiert: Schmerz, der Unendlichkeit so ausgesetzt zu sein; Schmerz, viele liebende Menschen jetzt nicht zu sehen; Schmerz, über die eigene Sterblichkeit und der anderer; Schmerz, so zu dieser Welt dazuzugehören. Wir gehören allesamt zusammen. Diese Verbundenheit wird oft in schönen Augenblicken, ich würde sogar von mystischen Augenblicken sprechen, bejaht und versucht zu wiederholen. Diese Verbundenheit stärkt, bringt Freude und Dankbarkeit. Es gibt jedoch auch die andere Seite der Verbundenheit, die ich mit dem Gefühl der Trauer und des Schmerzes beschreibe. Trauer über das, was wir nicht in der Hand haben; wir nicht wissen, wie die Sache für wen wie ausgeht; über das Alleinsein; die Natur, die leidet; die vielen Sterbenden, die in Bildern ins Wohnzimmer kommen; die Trauer, Menschen, die uns nahe sind, so lange nicht begegnen zu können. Ein Begleiter hat zu mir einmal gesagt, du tust dem Leben Unrecht, wenn du nur die eine Seite verkosten willst und darüber dankbar bist, halte auch die andere Seite der Verbundenheit aus. Etwas alleine gelassen und wütend bin ich mir damals vorgekommen, die tiefe Bedeutung ahnend, aber nicht wahr haben wollend. Dennoch später versucht auch das anzunehmen. Trauer aus einer existentiellen Tiefe heraus kann uns auch körperlich erfassen. Schaudernd kann es sein, ein großes Unbehagen und Unwohlsein, und zugleich eine Freude. Freude über die sehr, sehr kleinen Dinge, die begegnen, über den Augenblick, wenn wir aus- und einatmen. Ein Gemisch an sich widerstrebenden Gefühlen. Ich nenne diese Trauer die „heilige Trauer“, die zu einer tiefen Wir-Erfahrung führt und lächelnd weinend erfahren wird.
Diese spirituelle Krisenerfahrung und Erschütterung unseres Ichs ist von einer Depression wie auch einer depressiven Verstimmung zu unterscheiden. Wenn es sich um eine Depression handelt, ist unbedingt professionelle Hilfe aufsuchen.
Die Erfahrung von Trauer und Schmerz kann kurzfristig sein und dann vorüberziehen, als kleine Episode, oder aber sich längerfristig auswirken, wenn der Schmerz und die Trauer alles in Frage stellen, vor allem auch die eigene spirituelle Heimat, die man bisher hatte, den Gott an den man geglaubt hatte. Nichts ist mehr, wie es war. Das Vertraute wird unvertraut. Das Geheimnis will neu ausgelotet werden.
Wer mit dieser eigenen Trauer konfrontiert wird, würde ich raten, sie entweder zuzulassen, sie schreibend, oder jemanden erzählend verarbeiten, oder für wen dieser Weg jetzt nicht möglich ist, für Beschäftigung und guten Tagesrhythmus sorgen. Wenn möglich, sich auch begleiten lassen.

Ich lebe alleine und würde nun gerne zu meditieren beginnen, worauf hab ich zu achten?

Ich finde es schön, dass Sie in dieser Zeit Gebet und Meditation für sich entdecken. Das kann noch einmal auf einer tieferen Ebene das „Wir“ und die Erfahrung von Verbundenheit trotz des Alleinseins fördern. Aber gerade wenn Menschen alleine leben und vielleicht vorher mehr an sozialen Kontakten gewöhnt waren, sind aus meiner Sicht mehrere Bedingungen notwendig: grundsätzlich für Austausch mit einer vertrauten Person sorgen; hinsichtlich der Meditation: Ja, es stimmt es gibt viele Impulse und Anweisungen, wie damit zu beginnen ist. Bitte auf folgendes achten:
Sich nicht zu lange der Stille und Beobachtung des eigenen Atems auszusetzen, ich würde meinen max 1o Minuten, besser: in der Natur meditieren, oder ein Bild;
man lernt grundsätzlich mit anderen zu meditieren, nachdem eine Gemeinschaft mit einer Begleitung nicht möglich ist, ist es dennoch wichtig zumindest für eine/n Geistlichen Begleiter_in zu sorgen, der kann auftretende Phänomene in dieser Stille-Zeit gut mit Ihnen gemeinsam einordnen – das geht auch per Mail/Telefon etc. Denn der „Geist“ hüpft anfangs gerne herum und es tauchen unterschiedliche eigene Anteile an, die besprochen werden wollen.
Zusammengefasst: max 10 Minuten Atemmeditation und für erfahrene Geistliche/Spirituelle Begleitung sorgen – bevor man mit der Meditation beginnt.
Ein Angebot von P. Sascha Heinze SAC vom Haus der Stille in der Steiermark
Online Meditation – konkretes Angebot
Meditation ist Übung. Übung des Daseins, des, in der Gegenwart seins, des, zu sich und zu Gott Findens. Wie jede Übung braucht auch die Meditation feste Zeiten und Rituale die meinen Weg in die Stille begleiten. Hilfreich ist es auch einem Impuls zu folgen. Bei dem gemeinsamen Onlineangebot geht es um ein Angebot, begleitet Meditation im Alltag zu üben. Das Angebot erstreckt sich über die Dauer von max. 5 Wochen. Die Impulse und Rückmeldungen werden über E-Mail kommuniziert. Das Erstgespräch erfolgt telefonisch.
Kontakt: sascha@haus-der-stille.at


Erfahrungen von Verbundenheit – ist das auch Spiritualität?

Ein Mann schreibt mir, er habe jemanden getroffen, der keine religiöse Praxis verfolgt, und dennoch von einer Erfahrung berichtet, die er selbst als spirituell ausweist. Der Fragesteller will wissen, ob es das nun öfters gibt.
Zunächst eine schnelle Antwort: JA un JA. Erfahrungen von Verbundenheit, der Liebe und Hingabe können plötzlich und überall auftreten. Ich wage sogar zu behaupten, es ist ein all-menschliches Phänomen. Ich kenne Menschen, die das Gefühl beim Warten auf eine grüne Ampel ereilt hat, oder auf einer Parkbank beim Beobachten von Enten etc. aber auch in der Mediation, im Gebet. Manche nennen diese Erfahrung spirituell, weil sie übersteigend ist, über sich hinausweist, plötzlich etc gekommen ist.
Häufig sind diese Erfahrungen vorübergehender Natur und die Frage ist, wie wirken sie sich dann real aus. Manche erinnern sich zurück und haben keinen tiefgreifenden Wandel hervorgerufen, bei manch anderen Menschen schon. Es zeigt sich oft in einem veränderten Lebensstil, anderen Fragen und Werten. Ich würde meinen, ja solche Erfahrungen sind spiritueller Natur.

Gibt`s sowas wie christliche Achtsamkeit?

Der Begriff „Achtsamkeit“ ist gegenwärtig. Achtsamkeit im Buddhismus hat den Weg in den Westen gefunden, und hat Eingang gefunden in Konzepte der Beratung, Therapie, Pädagogik etc. Nachdem ich mich intensiver mit dem Thema „Achtsamkeit“ im Gebet auseinander gesetzt habe und mich auch in die christliche Gebetstradition mit dieser Fragestellung vertieft habe, sage ich: Ja. Meiner Meinung nach allerdings mit besonderen Noten und Schattierungen:
Achtsamkeit als Wahrnehmen der eigenen inneren Regungen im Gebetsverlauf.
– Christlich verstandene Achtsamkeit wurzelt im biblischen Begriff der ‚Wachsamkeit‘ als achtsames Hören und Schauen der Gegenwart Gottes in jedem Augenblick.
– Achtsamkeit als gelenkte Aufmerksamkeit, ganz beim Text / in der Stille / in der Ausrichtung auf Gott hin zu bleiben.
– Achtsamkeit als wahrnehmendes Verkosten der Schriftworte und seiner Wirkung in der Tiefe menschlichen Seins. Achtsamkeit als Wahrnehmung des Fremden, das im biblischen Texten und im formulierten Gebet gegenübertritt.
– Achtsamkeit als eine auf Gott und Menschen hin geöffnete Haltung, die sich in der Gestaltung des Alltags und im Engagement zeigt.

Ich habe fünf Dimensionen eines christlich-achtsamen Gebetsverständnisses herauskristallisiert:

  • Lenkung der Aufmerksamkeit: Christliche Achtsamkeit heißt, dass die Aufmerksamkeit bewusst auf Gott ausgerichtet bleibt.
  • Bewusstwerdung der Gegenwart Gottes in jedem Augenblick: Christliche Achtsamkeit bedeutet, dass die Wahrnehmung der Gegenwart zu einer tieferen Wahrnehmung Gottes in der Welt führt und sich doch eingebunden weiß in die Zeitkategorien von Vergangenheit und Zukunft – in eine Geschichte Gottes mit den Menschen. Aus der Gewissheit der Treue und Liebe Gottes zu seiner Schöpfung spricht sich der Mensch vor Gott aus.
  • Eigene Erfahrungen werden in der Tradition der jüdisch-christlichen Heilsgeschichte gedeutet: Die Gebetserfahrungen werden in einem bestimmten Rahmen in der Gegenwart gedeutet, d.h. sie werden im Lichte Gottes zugänglich und der Mensch kommt mehr und mehr seiner Berufung durch Gott näher.
  • Schärfung eines inneren Beobachters: Achtsamkeit heißt, dass der Mensch in sich eine Instanz der Selbstdistanzierung entwickelt, die aufmerksam ist, wenn der Betende nicht in der Ausrichtung auf Gott bleibt.
  • Steigerung der Liebesfähigkeit: Achtsamkeit heißt, dass der Mensch sich selbst und anderen gegenüber liebesfähiger und offen ist, da er in sich, in anderen und der Welt Gott entdeckt. Christliche Achtsamkeit hat eine starke diakonische Dimension und bewährt sich auch dort – oder auch nicht…

Christliche Achtsamkeit bedeutet meiner Meinung nach daher:
Wahrnehmung: Achtsamkeit im christlichen Verständnis heißt die Gegenwart Gottes wahrnehmen und zugleich sich der Heilstaten Gottes erinnern. Der/die Beter_in bleibt auf Gott hin ausgerichtet und ist aufmerksam für Ablenkungen, Gedanken und Störungen, die von der Wahrnehmung ablenken. Impulse und Handlungen werden beobachtet. Diese Ausrichtung führt zur Schau Gottes.
Hören: Die Wahrnehmung auf Gottes Gegenwart vertieft das „Hören“ auf Gottes Wort – es fördert die Begegnung mit Gott.
Erfahren: Es ist kein primär diskursives Denken über Gott, sondern ein Weg mit Gott, der zunächst erfahren wird. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Praxis des Erfahrens, wovon die mystische Tradition zeugt.
Üben: Christliche Achtsamkeit kennt viele Formen und Weisen, um diese Achtsamkeit in unterschiedlichen Ausprägungen im Gebet zu üben. Es bedeutet ein schrittweises Einüben mit dem Ziel der Kontemplation.
Lieben: Eine verfeinerte Wahrnehmung Gottes im Anderen und in der Welt führt zu einer Steigerung des Gefühls der Verbundenheit und zu einem Handeln, das sich von christlich verstandener Liebe auszeichnet.

Ich bin auf der Suche nach einem sehr einfachen Buch über christliche Spiritualität, das verständlich ist für Laien und eine gute Einführung in dieses Thema bietet

Es sollen Bücher sein, für Laien verständlich, eine allgemeine Einführung bieten und auch was für die eigene Seele sein… Ganz so einfach ist die Frage nicht und ich beschränke mich auf ein paar Bücher und entschuldige mich, dass ich a) bestimmt ganz andere wichtige Bücher übersehen habe b) ich einen Schwerpunkt auf die mir vertrauten spirituellen Wege habe hier jesuitisch und benediktinisch c) auswählen einfach schwer ist.
Dennoch hier mein unvollständiger Versuch: Ein älteres, bewährtes Buch (Auflage 1991 und 2000) ist bestimmt jenes von Willi Lambert: Aus Liebe zur Wirklichkeit. Grundworte ignatianischer Spiritualität. Dieses knapp 200 Seiten Buch gibt eine kurze und prägnante Einführung in ignatianische Spiritualität. Neben Texten zum Innehalten, gibt es eine Reihe von Impulsen für die eigene spirituelle Praxis.
Vom selben Autor empfehle ich das Mini-Büchlein (67 Seiten) Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, das hilft, Geschmack zu bekommen„… im Licht Gottes liebend und aufmerksam auf das eigene Leben zu schauen. Dieses Schauen kann unser Leben verwandeln“ (15).
David Steindl-Rast bietet in seinem Buch die „Achtsamkeit des Herzens“ eine wunderbare Einführung in die christliche Spiritualität und den „Wert“ von Ritualen, Augenblick, der Stille.
Anselm Grün, Die Quellen der Spiritualität, in einem schmalen Büchlein weist er den Weg in die christliche Tradition des Gebets und gibt dabei viele Impulse zum Nachdenken.
Ein von Johannes Kaup moderiertes Gespräch zwischen David-Steindl Rast und Anselm Grün Kaup über Spiritualität ist im Buch „Das glauben wir. Spiritualität für unsere Zeit“ erschienen und gemeinsam leuchten sie Höhen und Tiefen christlicher Spiritualität aus benediktinischer Perspektive aus.
Betram Dickerhof, ebenfalls Jesuit, hat eine Christliche Lebensschule Ashram Jesu gegründet, und ist selbst auch Lehrer für Vipassana-Meditation. In seinem Buch „Der spirituelle Weg. Eine christlich-interreligiöse Lebensschule“ ist sicherlich für jene Menschen eine gute Einführung, die sich mit fernöstlichen Wegen beschäftigen.
Empfehlenswert ist auch das Buch von Gisbert Greshake  … wie man in der Welt leben soll: Grundfragen christlicher Spiritualität. Dabei wird ausgelotet, wie Christ_innen hier in der Welt leben. Oder man nähert sich einzelnen Autor_innen, wie: Annette Schleinzer: Madeleine Delbrêl – Prophetin einer Kirche im Aufbruch: Impulse für Realisten. Viele Autor_innen habe ich nicht erwähnt, die hier auch zu nennen sind und es einige empfehlenswerte Literatur gibt: Sr. Aurelia Spendel, Andrea Schwarz, Katharina Ceming etc.

Darf ich als Christ_in Yoga üben?

Eigentlich dachte ich, dass durch das II. Vatikanische Konzil die skeptische Frage nach der Annäherung an Traditionen anderer Religionen, hier des Hinduismus, und durch viele Christ_innen, darunter auch Priester und Ordensleute, die Yoga praktizieren, eigentlich grundsätzlich beantwortet worden sei. Dies scheint nicht der Fall zu sein. Da und dort gibt es immer noch vehemente Stimmen, die Menschen von Yoga abraten, ja wenn nicht sogar diese Praxis verurteilen. Anhand kirchlicher Lehrdokumente und aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich einen Antwortversuch wagen:
Zunächst hat das Zweite Vatikanische Konzil in der Erklärung Nostra aetate, Nr. 2 über den Hinduismus folgendes geschrieben: „So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage.“ Ich denke, dieser Satz ist schon ziemlich klar und mit folgender Haltung soll auf andere Religionen geblickt werden: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet“.
Die Kirche mahnt zu einer Haltung der Offenheit, Neugier und des Lernens von anderen Wegen und Praktiken, freilich soll eine Integration einer Praxis wie Yoga nicht unkritisch erfolgen, so steht in einem anderen Dokument, das bereits 1989 (!) verabschiedet worden ist, und scheinbar von manchen in der Argumentation gegen Yoga für Christ_innen herangezogen wird: „Man kann im Gegenteil daraus das Nützliche aufgreifen, wenn man dabei nicht die christliche Auffassung vom Gebet, seine Logik und seine Erfordernisse übersieht, denn innerhalb dieses Ganzen müssen jene Fragmente neu umschrieben und aufgenommen werden“, aus: Kongregation für die Glaubenslehre: Schreiben an die Bischöfe der Katholischen Kirche Über einige Aspekte der christlichen Meditation. Das Dokument warnt bei einer nicht sorgfältigen Integration in ein christliches Glaubensleben, dass es zu einem Körperkult kommen könne und dass Erfahrungen nicht gleich mit geistlichen Erfahrungen gleichzusetzen sind, „[e]inige physische Übungen erzeugen automatisch das Gefühl der Ruhe und Entspannung, Gefühle der Befriedigung, vielleicht sogar Empfindungen von Licht und Wärme, die einem geistlichen Wohlbefinden gleichen. Sie aber als echte Tröstungen des Heiligen Geistes anzusehen, wäre eine gänzlich falsche Art, sich den geistlichen Weg vorzustellen. […] Das hebt freilich die Tatsache nicht auf, dass echte Praktiken der Meditation, die aus dem christlichen Osten und aus den nichtchristlichen Hochreligionen stammen und auf den gespaltenen und orientierungslosen Menschen von heute Anziehungskraft ausüben, ein geeignetes Hilfsmittel für den Betenden darstellen können, sogar mitten im äußeren Trubel innerlich entspannt vor Gott zu stehen“. Meines Erachtens gilt diese kritische Reflexion bei allen Zugängen und Wegen und ist auch ratsam eine katholische Gebetspraxis dahingehend zu befragen, weil alle Wege Schieflagen haben können.
Aus meiner persönlichen Erfahrung und Begleittätigkeit kann ich sagen, dass sehr viele Menschen Yoga in ihre Gebetspraxis auf heilsame Weise aufgenommen haben. Die Übungen helfen, bei sich selbst anzukommen, sich selbst im eigenen Gewordensein wahrzunehmen, ja anzunehmen und offen zu werden für die Berufung durch Gott.
Bei den verschiedenen Anbietern am Markt rate ich, sorgfältig auszuwählen: Wie viel an Ge- und Verboten werden mitgeliefert? Kommt es zu Missionierungsbestrebungen? Geht es ausschließlich um Yoga als Übung? Welche Ausbildungen haben die Yoga Lehrenden? Etc.
Und wenn die Einordung der Praxis in das christliche Gebetsleben nicht so klappt, oder die gewonnen Erkenntnisse gut angeschaut werden wollen, ist sicherlich eine Begleitung durch eine/n Geistlichen Begleiter_in ratsam.
Wie sinnvoll Yoga ist, oder überhaupt die verschiedenen Zugängen/Methoden etc. die Beziehung zu Gott stärkt, zeigt, wenn man es versucht. Nichts ist per se verwerflich, nichts ist per se hilfreich und gut; so sind die Früchte des Geistes bei Paulus im Neuen Testament (Gal 5) vielleicht eine gute Richtschnur. So denke ich, dass abschließend folgende Fragen ganz nützlich sein können: Hilft mir Yoga in der Ausrichtung auf Gott im Gebet zu sein? Fördert es Mitgefühl, Freundlichkeit, Güte und Liebe?
Und alle, die Yoga abwerten können sich auch die Frage stellen, was steckt hinter meiner Ablehnung?

Frage, ob ich etwas zum Thema Spiritualität und soziale Arbeit schreiben könnte

In meiner Begleittätigkeit habe ich oft wahrgenommen, dass Soziales und Spiritualität als Gegensatz erscheinen. Um es karikierend zu veranschaulichen: Die einen kümmern sich hingebungsvoll um den Mitmenschen oder die Schöpfung, die anderen sitzen auf ihrem Meditationskissen oder lesen in der Bibel. Wechselseitiges Unverständnis konnte ich auch öfters beobachten.
Die Stille und das Gebet haben bei Jesus einen wichtigen Stellenwert vgl. Lk 5,16. Immer wieder wird berichtet, dass er die Menschenmenge verließ, um zu beten. Gleichzeitig spricht das Evangelium eine sehr deutliche Sprache in Richtung Nächstenliebe vgl. Markus 12:
Welches Gebot ist das erste von allen? 29 Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. 30 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. 31 Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. 32 Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr und es gibt keinen anderen außer ihm 33 und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Und die Gerichtsrede bei Matthäus 25 ist sehr klar: Wem hast du zu essen, trinken gegeben, wen hast du besucht etc., das ist letztlich relevant.
Die konkrete soziale Arbeit ermöglicht sich selbst im Gegenüber zu entdecken und dadurch sich zu übersteigen. Das Gebet ermöglicht eine Begegnung mit dem größeren Geheimnis und dadurch über sich selbst hinaus zu reifen. In der Tradition wurden immer beide Pole gesehen: Konkretes Tun und Gebet. Beide gehören zusammen und öffnen den Weg zum Mehr an Verbundenheit, ja Beziehung.
Ich persönlich finde es wichtig, zunächst anzuerkennen, welchen Schwerpunkt man selbst hat. Gehört man eher zu den Tun-Menschen oder hat man eine Vorliebe für die Stille ?
Gleichzeitig mache ich auch diese Erfahrung: Wie oft habe ich mich in Stille-Zeiten nach Mitmenschen gesehnt, um für diese konkret da zu sein und wie oft habe ich mich bei für mich vielleicht anstrengenden Mitmenschen nach Stille im Gebet gesehnt. Sowohl die Stille als auch das konkrete Sein mit Menschen können herausfordern, denn sie konfrontieren mich mit mir selber. Beide Wege wollen m.E. mich menschlicher werden lassen. Ich selbst rate daher, stets die eigene Vorliebe um den anderen Schwerpunkt zu ergänzen, um ganz mit der Welt und gleichzeitig mit dem größeren Geheimnis verbunden zu sein. Und ja, Spiritualität und Soziales sind beides Wege, um über sich hinaus zu wachsen und kann für die Erfahrung eines „es gibt im Leben mehr“ öffnen.

Ist es nicht sinnvoller Passagen in der Heiligen Schrift, die einen „strafenden Gott“ verkünden, zu streichen?

Die Heilige Schrift ist uns seit Generationen überliefert. Mit all den Texten, ihren Bildern von Gott mutet sie sich stets neu jeder Generation zu. So war in vergangenen Jahrhunderten zum Beispiel das Hohelied der Liebe anstößig und man wollte es auf keinen Fall mehr in der Heiligen Schrift verankert haben, zu anderen Zeiten war es so beliebt und hat Menschen auf ihrem geistlichen Weg genährt. So wurden Schriften und einzelne Textpassagen immer wieder in Frage gestellt und ehrlich gesagt, ich bin sehr froh darüber, dass die Heilige Schrift als Ganzes vorliegt und nicht jede Generation ein Stückchen entfernt oder auch hinzugefügt hat. So bleibt sie auch weiterhin anstößig und eckig und kantig… Und ja, mit den Passagen, die vom strafenden Gott habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Ich weiß, wie sie einzuordnen sind, als Kampf der unterschiedlichen Mächte, die zum Aufstieg des Volkes beitragen; als Kampf der Götter, wonach JHWH gegen die Todesmächte kämpft und sich als Gott des Lebens und der Befreiung erweist. Zum Glück lassen sich viele biblischen Kriegsschauplätze historisch nicht beweisen, sondern in Bildern wird geschildert: Der Gott Israel führt zum Leben! Dies wurde martialisch ausgedrückt und ja, Opfer kamen nicht in den Blick, da das Volk selbst Opfer von Unterdrückung und herrschaftlicher Macht war. Mit diesem Wissen lese ich diese Passagen anders. Jemand, der unterdrückt ist, wünscht er sich nicht, dass seine „Feinde“ untergehen – mit Pauken und Trompeten? Auch im Inneren gibt es manchmal die unterschiedlichen Stimmen und man ist herausgefordert, die Stimme des Lebens zu identifizieren. So denke ich, ja, diese Passagen machen Sinn. Sie sprechen aus, was im Innen und Außen an potentieller Gewalt möglich ist und weisen doch hin, letztlich dürfen wir Gott vertrauen, dass das Leben siegt. Das gibt Hoffnung und lädt zum Verzicht auf Gewalt ein.

Ist es nicht einfacher Spiritualität ohne Kirche zu leben?

Ob es einfacher ist, die eigene Spiritualität ohne religiöse Gemeinschaft zu gestalten, kann ich nicht sagen, da ich innerhalb dieser spirituell-sein kennen gelernt habe. Ich habe durch Menschen, die ihr Christ-Sein in der Kirche leben, einen vielfältigen Schatz religiöser Rituale, Gebete und Traditionen geschenkt erhalten, die mir auf meine religiösen Erfahrungen Antwortversuche gegeben und sie dadurch auch geordnet haben. Die Generationen vor mir, die religiöse Erfahrungen nieder geschrieben haben, verleihen meinen Erlebnissen eine vielfältige Sprache und zugleich Impulse zum Weiterdenken, ja auch kritische Anfragen an mich. Ich denke an die Heilige Schrift, an mystische Schriften, Ordensgründer etc. und Menschen, die jetzt Spiritualität leben. Was mir im Nachdenken einfällt, ich habe innerhalb der Kirche eine ziemlich große Bandbreite an spiritueller Ausdrucksweise, Praxis, an Traditionen, Gebeten, Ritualen etc kennen gelernt. Nicht alle konnte ich für mich entdecken, manchen Praxen stehe ich eher skeptisch gegenüber und doch bin ich froh über diese verschiedenen Zugänge, weil sie mich anfragen und davor schützen nur einen Weg zu sehen und zu verabsolutieren.
Es gibt viele Möglichkeiten und Wege seine Spiritualität zu leben – auch ohne religiöse Institution. Ob es einfacher ist? Da wird die Antwort je nachdem anders ausfallen. Wichtig erscheint mir, wie auch immer der Zugang zur Spiritualität erfolgt, dass insgesamt ein Mehr an Lebendigkeit, Mitgefühl und Güte spürbar wird.

Ich bete schon sehr lange. Immer mehr spüre ich in mir eine Sehnsucht nach mehr Stille und Tiefe, wie kann ich dieser folgen?

Ich bin immer wieder erstaunt, mitzuerleben, wie sehr das Bedürfnis nach Stille nach oftmals jahrelanger Gebetspraxis wächst. Es kann sogar sein, dass überall ein zuviel an Worten wahrgenommen wird, selbst Lieblingsgebete und noch so schöne Gottesdienste werden als schal empfunden. Dann ist es gut, diesem Bedürfnis nach mehr Stille Raum zu geben. Manchmal kann es hilfreich sein, sich auf dem Weg in die Stille begleiten zu lassen, entweder durch erfahrene und ausgebildete Geistliche Begleiter_innen oder auch mit einem Einführungskurs in die christliche Meditation. Bildungshäuser, Klöster, Pfarren (z.B. Exerzitien im Alltag) bieten hier unterschiedliche Wege. Wer auf all das lieber verzichtet, sondern einfach selber versuchen will, dem kann ich drei Möglichkeiten empfehlen:
Wahrnehmung der Natur: Nehmen Sie sich täglich Zeit, um die Natur wahrzunehmen und zwar mit allen Sinnen und vor allem langsam! Entdecken Sie, was es zu hören, zu riechen, zu sehen, vielleicht sogar zu schmecken gibt! Lassen Sie sich Zeit, das Entdeckte zu verkosten und in sich aufzunehmen.
Wahrnehmung des Atems: Wenn Sie bereits das Gebet in Ihrem Alltag integriert haben d.h. vielleicht einen konkreten Ort und eine festgelegte Zeit haben, dann überprüfen Sie, ob beides noch stimmig ist oder ob Sie etwas verändern möchten. Meiner Erfahrung nach wird der Ort meist „einfacher“ in der Gestaltung. Die Zeit bleibt häufig gleich, wenn sich sonst der Alltag nicht wesentlich ändert.
Beginnen Sie, wie Sie sich immer zum Gebet vorbereiten, und nehmen Sie Ihren Atem wahr, wie er ein- und ausströmt. Der Atem, das Lebendige in uns, verbindet uns mit „dem Lebendigen“ und führt uns immer mehr in die Stille und Tiefe. Das Horchen auf das, was sich in der Stille zeigt, wird den weiteren Weg weisen. Am Beginn sind fünf Minuten Wahrnehmung des Atems schon viel, Sie können die Betrachtung des Atems dann auch steigern. Beenden Sie diese Stille-Zeit mit einem Wort, einem Bild, einem Satz und bringen Sie all das vor Gott.
Ein Wort der Heiligen Schrift meditieren: Es gibt Worte in der Heiligen Schrift, die aufbauen, die paradox sind, aber auch solche, die verstören können. Eine Möglichkeit ist, sich einem Wort/ Vers zu widmen. Wenn jemand unschlüssig ist, empfehle ich eines der „Ich-bin-Worte“ aus dem Johannesevangelium zu wählen (zu den Ich-Bin-Worten: http://www.kath.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/nt/nt/dasjohannesevangelium/p-ich-bin.pdf ) und längere Zeit daran zu „kauen“. Das bedeutet, ruhig zu werden, sich auf Gott auszurichten, den Atem wahrzunehmen, auf die Stille zu hören und sich im Inneren des „Ich-bin-Wortes“ immer wieder zu vergewissern.
Wichtig ist, Unterschiede wahrzunehmen, darauf zu achten, wohin es zieht, mit welchen Geschmäckern man aus der Gebetszeit entlassen wird.

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