Spirituell-sein: Was bedeutet das?

Was bedeutet Spirituell-sein für mich? Zunächst möchte ich mich dem Begriff Spiritualität widmen. Im Wort „Spiritualität“ steckt das Wort Geist – „spirit“. Aus der christlichen Tradition kommend geht es für mich um den Geist Jesu Christi, für den spirituelle Menschen der christlichen Tradition sich öffnen, um „lebendig“ zu werden. Das heißt, es ist der Ruf Gottes, der zur Verwandlung einlädt, diesem zu folgen, von anderen zu unterscheiden, heißt, ein spirituelles Leben zu führen. Wo aber ist nun der Geist Jesu Christi erkennbar? Wie zeigt sich dieser? Ganz kurz: Im Evangelium.

Was ist das Evangelium?  Eu-angelion: Das gute Wort, das Leben stiftet und in Beziehung mit den Menschen tritt und sie zu einem neuen Leben führen will. Mit der Person Jesus von Nazaret ist etwas Neues in die Welt und zu uns gekommen: die Neuheit, dass Gott Menschen nahe sein will, so nahe, dass er Mensch wird; die Neuheit, dass wir mit dem größeren Geheimnis, das wir Gott nennen, verbunden sind; die Neuheit, dass Gott der immer Größere ist, den wir stets neu suchen dürfen. Wir haben Gott nicht; die Neuheit, dass Gott Leben stiftet, Heilung und Heil für alle will; de Neuheit, dass es nicht um Exklusivität sondern um Integration geht; die Neuheit, dass Gott besonders in den Armen und Benachteiligten uns nahe kommt – ein Ort, wo Gott besonders erfahrbar wird und Befreiung möchte. In Paradoxien hindurch eröffnet sich Neues.

Von welchem Geist Jesu Christi spreche ich?

Anfang: Gott ermöglicht immer einen (Neu-)Anfang und kreiert diesen mit. Mit dem Anfang ist das Werden verbunden.

Liebe: Gott liebt seine Schöpfung. Auch hier hat die Theologie ein Zweifaches neu lernen dürfen: a) Schöpfung – Verbundenheit aller mit allem, das Eingebundensein des Menschen in einen größeren Kontext und b) eine besondere Leidenschaft Gottes für die Armen und Benachteiligten

Befreiung/Freiheit/Rettung/Erlösung: Wir sind nicht von Gott getrennt, durch Jesus können wir direkt mit Gott in Verbindung treten. Jesus ist Vorbild wie wir diese Beziehung zu Gott leben können – „Menschsein“ lernen. Und jegliche Befreiung zielt auf:

Leben: von der Schöpfung bis zur Auferstehung: Eine einzigartige Geschichte hin zu einem Mehr an Leben. Dabei ist die Gabe der Unterscheidung notwendig: Wohin führt der Weg des Lebens? Wo ist das „Mehr“?

Gott ist der/die/das Größere, Ewige, Sein etc. „Ich-bin-da“ , d.h. Gott ist immer neu zu suchen.

Spirituell-sein
Aus diesem Spiritualitätsverständnis heraus bedeutet Spirituell-Sein für mich, sich zu öffnen für diese größere Wirklichkeit, die wir in der christlichen Tradition dreifaltig erfahren. Die christliche Tradition bietet dafür einige Erfahrungsschätze, zugleich befindet sie sich im Werden und Entwickeln. Achtsam zu sein, wohin das Lebendige zieht, heißt für mich letztlich spirituell sein.

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